Fibromyalgie
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Das. Fibromyalgiesyndrom (griechisch = Schmerzen der Fasern und Muskeln) ist ein Schmerzsyndrom, bei dem es zu länger als 3 Monate dauernden Schmerzen in mind. 4 Körperregionen kommt. In Deutschland beschreiben 3-4% der Menschen solche Symptome, wobei Frauen häufiger betroffen sind. Die Diagnose des Fibromyalgiesyndroms (FMS) ist eine klinische Diagnose auf der Basis der Beschwerdeschilderung des Patienten, eindeutige Labortests zur Bestätigung sind bislang nicht etabliert. Andere entzündliche, rheumatische oder Stoffwechselerkrankungen sollten ausgeschlossen werden. Häufig bestehen aufgrund der anhaltenden Schmerzen assoziierte psychische Beschwerden, die eine spezifischen Psychotherapie benötigen. Aber auch zum Umgang mit der Erkrankung können psychosomatische Unterstützungsangebote mit einem multimodalen Behandlungssetting (Psychoedukation, Stressbewältigung, Körpertherapie, Achtsamkeitsverfahren) hilfreich sein.
Symptomatik
Neben der typischen Schmerzsymptomatik, die schon bei geringfügigen Körperbewegungen auftritt, werden oftmals noch weitere Symptome einer gestörten Stressverarbeitung berichtet: Dazu zählen eine erhöhte Ermüdbarkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen sowie Antriebsmangel. Obwohl die Erkrankung keine psychische Erkrankung im eigentlichen Sinne darstellt, bestehen nicht selten psychische Begleiterscheinungen: So werden von den Patient*innen oftmals depressive (20-80%) und ängstliche Symptome (15-65%) mit beschrieben.
Chronischer Stress als Belastungsfaktor
In den letzten Jahren konnte in Studien bestätigt werden, dass bei Menschen das Stress- und das Schmerzsystem sehr eng miteinander verzahnt sind. Stress führt durch verschiedene Faktoren, unter anderem durch körpereigene Botenstoffe, zu Entzündungsprozessen, die eine Zunahme der Symptome des Fibromyalgiesyndroms verursachen können. Auch als Folge des FMS können psychische Störung verstärkt oder ausgelöst werden. Schlafstörungen und Schmerz verstärken zudem die Schmerzempfindlichkeit.
Behandlungsansätze
Das FMS ist eine chronische Erkrankung. Obgleich die Lebenserwartung prinzipiell nicht beeinträchtigt ist, können anhaltende Schmerzzustände, sowie psychische und soziale Folgen die Lebensqualität deutlich mindern. Da Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol, oder Opiate häufig nicht dauerhaft oder nur wenig wirken, werden sie in der Behandlung oft nur in geringer Dosis und befristet eingesetzt. Ziel ist Erhalt der eigenen Funktionalität mit positiver Beeinflussung der Beschwerden. Ein multimodales Behandlungssetting mit Ausdauersport, dem Erlernen von Entspannungsverfahren (bspw. Progressive Muskelrelaxation) oder Verfahren der Aufmerksamkeitsfokussierung (Achtsamkeit), Wärmeanwendungen, gezielte Physiotherapie sowie die psychotherapeutische Auseinandersetzung mit der eigenen Stressregulation kann langfristig oft eine deutliche Linderung der Beschwerden bewirken.
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