Der Alltag in der Universitätsmedizin ist geprägt von hohen Anforderungen, Zeitdruck und mitunter außergewöhnlich belastenden Ereignissen – von tragischen Todesfällen über Reanimationssituationen bis hin zu Gewalt und Übergriffen. 

Das Peer-Support-Projekt der UMG bietet Mitarbeitenden aller Berufsgruppen seit Juni 2026 eine niedrigschwellige Möglichkeit, nach solchen Situationen zeitnah kollegiale Unterstützung zu erhalten. Alle Gespräche unterliegen der Schweigepflicht und sind freiwillig sowie kostenfrei.

Grundlagen

Fragen und Antworten

Was ist Peer Support?

Der Alltag in Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens stellt Mitarbeitende vor kontinuierliche Herausforderungen. Neben chronischer Dauerbelastung können jederzeit schwerwiegende Ausnahmeereignisse eintreten, die das persönliche Sicherheitsgefühl erschüttern und sich auf Gesundheit, Motivation und Arbeitsfähigkeit auswirken.

Solche Ereignisse können sein:

  • Tragische, unerwartete Todesfälle oder schwere Verletzungen von Patient:innen oder Kolleg:innen
  • Dramatische Reanimationssituationen, besonders bei Kindern
  • Fehler oder Beinahe-Fehler, ggf. mit Eigen­gefährdung
  • Gewalt- oder Bedrohungssituationen gegenüber Mitarbeitenden oder Patient:innen
  • Sexualisierte Gewalt oder Großschadensereignisse

Peer Support begegnet diesen Belastungen mit einem System speziell ausgebildeter Kolleg:innen, die nach solchen Ereignissen unmittelbar zur Seite stehen.

Was sind die Peers?

Peers sind speziell ausgebildete Kolleg:innen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen der UMG – Ärzt:innen, Pflegepersonal, Therapeut:innen und weitere Berufsgruppen. Sie sind befähigt, Einzelgespräche sowie Kurzschulungen und Informationsveranstaltungen durchzuführen.

Ihre Aufgaben umfassen:

  • Kollegiale Unterstützung nach belastenden Ereignissen
  • Krisenintervention und Erstgespräche
  • Lotsenfunktion zu weiterführenden Hilfsangeboten
  • Dokumentation der Einsätze
  • Regelmäßige Supervision und Fortbildung

Die Kontaktaufnahme ist per E-Mail, persönlich auf Station oder telefonisch möglich. In der Regel erfolgt innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung.

Wie läuft ein Peer Gespräch ab?

Nach dem Eintritt eines schwerwiegenden Ereignisses nehmen Betroffene Kontakt zu einem Peer auf. Ort und Uhrzeit des Gesprächs werden individuell vereinbart. Alle Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.

Es gibt zwei Formate:

  • Einzelintervention – bei ein bis zwei betroffenen Personen
  • Gruppenintervention – bei Teams ab drei Personen (erfordert Modul-2-Ausbildung des Peers)

Nach dem Gespräch folgt eine kurze Nachsorge („Watchful Waiting") innerhalb etwa einer Woche. Zeigen sich anhaltende Symptome, weisen die Peers auf weitere Unterstützungsangebote und die Möglichkeit einer Unfallanzeige hin.

Gesetzliche Unfallversicherung bei psychischen Belastungsereignissen

Arbeitsbezogene, psychisch besonders belastende Einzelereignisse können als Arbeitsunfall über die Gesetzliche Unfallversicherung abgesichert sein. Eine frühzeitige und vollständige Dokumentation ist dafür entscheidend.

  • Jede Erste-Hilfe-Leistung ist im Verbandsbuch einzutragen (§ 24 DGUV Vorschrift 1)
  • Bei Arbeitsunfähigkeit über drei Kalendertage muss eine Unfallanzeige erstattet werden
  • Psychische Spätfolgen können auch noch nach Wochen oder Monaten gemeldet werden
  • Beim Ausfüllen der Unfallanzeige: Feld 18 „Psyche" eintragen; Peers sind als „Ersthelfer:innen" zu bezeichnen

Bei Fragen stehen der Betriebsärztliche Dienst und das Sachgebiet Arbeitssicherheit der UMG zur Verfügung.

Kontaktdaten Universitätsmedizin Göttingen

PSU Hotline - kostenlos und anonym

Peers können sich jederzeit kostenfrei und anonym an die Helpline wenden -

auch außerhalb der UMG-Strukturen.

0800 0 911 912

Grundsätze

  • 🤝 Auf Augenhöhe

Peers kommen aus denselben Berufsgruppen wie die Betroffenen. Sie kennen die Arbeitsrealität aus eigener Erfahrung – das schafft Vertrauen und erleichtert das Gespräch.

  • 🔏 Vertraulichkeit

Alle Peer-Gespräche unterliegen der Schweigepflicht. Die Dokumentation erfolgt datenschutzkonform in einem geschützten System und ist nur für den jeweiligen Peer zugänglich.

  • 🧭 Lotsenfunktion

Die Peers kennen das gesamte Unterstützungsangebot der UMG und lotsen Betroffene bei Bedarf zu weiterführenden Angeboten – intern wie extern.

  • ⚡ Schnelle Erreichbarkeit

Nach der Kontaktaufnahme meldet sich ein Peer in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Peers sind aus dem eigenen Arbeitsbereich oder abteilungsübergreifend erreichbar.

Unser Team

Leitung des PEER Support Projekts

Fachliche Leitung

MBA, geschäftsführende Oberärztin der Klinik f. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

PD Dr. med. Monika Sadlonova

PD Dr. med. Monika Sadlonova

Kontaktinformationen

  • Lebenslauf herunterladen (PDF, 470 KB)

    Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 
    Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßmedizin, 
    Klinik für Geriatrie 

Leiterin Betriebsärztlicher Dienst

Annett Waltert

 Annett Waltert

Kontaktinformationen

  • Fachärztin für Arbeitsmedizin, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, Betriebsärztin

Organisatorische Leitung

Sachgebietsleitung G3-23 Gesundheitsmanagement und Personalentwicklung

Dr. Sabrina Rudolph

Dr. Sabrina Rudolph

Kontaktinformationen

  • Leiterin der Stabsstelle Gesundheitsmanagement und Personalentwicklung

Studentische Hilfskraft, PEER Projekt Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Marie Lischkowitz

Kontaktinformationen

  • Studentische Hilfskraft, PEER Projekt
    Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Peers

Intensiv- und IMC-Stationen

Dr. med. Ulrike Olgemöller, Oberärztin, Klinik für Kardiologie und Pneumologie, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie

Dr. med. Laura Wüstefeld, Assistenzärztin, Klinik für Kardiologie und Pneumologie

Laura Wüstefeld

Als Assistenzärztin im 4. Weiterbildungsjahr der Inneren Medizin und Kardiologie arbeite ich derzeit auf der IMC-Station. 

Ich halte Peer-Support für einen wichtigen Bestandteil einer wertschätzenden Teamkultur. Bei belastenden Situationen bin ich gerne als Ansprechpartnerin da und freue mich, Kolleg:innen unterstützen zu können. 

Ich bin erreichbar unter: laura.wuestefeld(at)med.uni-goettingen.de

Ann-Sophie Freye, Pflegefachperson, Intensivstation 1026, Klinik für Kardiologie und Pneumologie

Ann-Sophie Freye

.
Ich arbeite als Fachkraft für Intensiv-und Anästhesiepflege auf der kardiologischen Intensivstation. 
 

Erreichbar per Email 
ann-sophie.freye(at)med.uni-göttingen.de 

oder über die Station 1026 (Schichtdienst), Tel. 64134

Marie Richberg, Pflegefachperson, Intensivstation 1026, Klinik für Kardiologie und Pneumologie

Marie Richberg

Ich arbeite als Pflegekraft auf der kardiologischen Intensivstation 1026.

Nach meinem Studium der Pflegewissenschaft absolviere ich derzeit einen Masterstudiengang im Bereich Management. 

Im Netzwerk der akademisierten Pflegenden habe ich die Leitung des Netzwerks Kardiologie übernommen.

Im Bedarfsfall bin ich per E-Mail erreichbar: marie.richberg(at)med.uni-goettingen.de

Markus Schütte, Pflegefachperson, IMC-Station 1025, Klinik für Kardiologie und Pneumologie

Physiotherapie

Kristin Strickstrock, Physiotherapie

Kerstin Matthies, Physiotherapie

Kerstin Matthies

Ich bin seit 1991 in der UMG als Physiotherapeutin in der Abteilung therapeutischer Gesundheitsberuf (ATG)

im Fachbereich Innere Medizin / Urologie / Gynäkologie tätig.

Schwerpunktmäßig arbeite ich in der Hämatologie / Onkologie, auf der KTM Station und mit ambulanten Patienten der IKO.

Ich bin täglich von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr erreichbar.

Pieper 919 -2780

kerstin.matthies(at)med.uni-goettingen.de

Mara Maylin Riedmüller, Physiotherapie, Pädiatrische Intensivstation, Abteilung Kinderkardiologie und Intensivmedizin

Mara Maylin Riedmüller

Ich bin Physiotherapeutin und bin hier im Haus in der Pädiatrie tätig.

Arbeitszeiten:

Montag - Donnerstag 7:30 Uhr bis 16:15 Uhr und

freitags 7:30 Uhr bis 13:00 Uhr

Pieper: 919-1492

E-Mail: mara.riedmueller(at)med.uni-goettingen.de 

Pädiatrie

Dr. med. Martina Lange, Oberärztin, Pädiatrische Intensivstation, Abteilung Kinderkardiologie und Intensivmedizin

Dr. med. Martina Lange

Oberärztin Kinderintensivstation 0141

Erreichbarkeit: werktags tagsüber unter Tel. 64976 oder Pieper 919-2333

martina.lange1(at)med.uni-goettingen.de

Dr. med. Nina Luisa Hoekstra, Fachärztin für Kinderkardiologie, Abteilung Kinderkardiologie und Intensivmedizin

Dr. med. Nina Luisa Hoekstra

Haido Karakizli, Psychologin, Abteilung Kinderkardiologie und Intensivmedizin

Zentrale Notaufnahme

Dr. med. Lena-Maria Levin, Oberärztin, Zentrale Notaufnahme, Fachärztin für Anästhesiologie

Lena-Maria Levin

Ich bin Fachärztin für Anästhesie und als Oberärztin in der Zentralen Notaufnahme tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit erlebe ich nahezu täglich Situationen, die sowohl für PatientInnen als auch für Mitarbeitende belastend und herausfordernd sein können.

Als Peer-Support möchte ich Kolleginnen und Kollegen mit einem offenen Ohr und kollegialem Austausch unterstützen.

Die Kontaktaufnahme kann per Mail 

lena-maria.levin(at)med.uni-goettingen.de

oder über die Pieper-Nummer: 919-4250 erfolgen.

 

Dr. med. Anke Hillebrecht, Oberärztin, Zentrale Notaufnahme, Fachärztin für Innere Medizin, Notfallmedizin, Klinische Akut- und Notfallmedizin, Qualifikation Leitende Notärztin

Ann-Charlotte Lenz, Pflegefachperson, Zentrale Notaufnahme

Ann-Charlotte Lenz

Von 2017 bis 2020 habe ich an der UMG meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolviert. 

Seit 2020 bin ich in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) tätig. 

Am besten bin ich per E-Mail erreichbar:

ann-charlotte.lenz(at)med.uni-goettingen.de

Klinikservice

Dagmar Zajontz, Betriebliches Gesundheitsmanagement / Eingliederungsmanagement, UMG Klinikservice GmbH

Medizinstudierende

Marie Lischkowitz, Medizinstudentin und HiWi im Projekt "Peer-Support-Strukturen an der UMG"

Qualifikation

Ausbildung der Peers

Die Peers werden in einem strukturierten, modular aufgebauten Schulungsprogramm ausgebildet. Jedes Modul baut auf dem vorherigen auf und erweitert die Handlungskompetenz im Umgang mit Belastungssituationen.

Modul 1

Grundlagen & Einzelinterventionen

  • Grundlagen der Psychosozialen Unterstützung (PSU)
  • Stress, Belastung, Copingstrategien
  • Verlauf posttraumatischer Symptomatik
  • Gesprächsführung mit Betroffenen
  • PSU-Interventionsmodelle
  • Einzelgespräche & praktische Übungen

 

 

 

Anbieter PSU akut e.V.

Modul 2

Vertiefung & Gruppeninterventionen

  • Weiterführende Hilfe bei schwerer Belastung
  • Arbeit mit Teams und Gruppen
  • PSU-Kurzbesprechungen
  • PSU-Nachbesprechungen
  • Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherungsträger
  • Ansatzpunkte für Prävention

 

 

gefördert durch AOK

 

 

 

Ergänzende Angebote der UMG

Die UMG biete ein breites Spektrum an Unterstützung-, Beratungs- und Präventionsangeboten - freiwillig, vertraulich und kostenfrei

Netzwerk Beratungsstellen

PSM

Psychotherapeutische Sprechstunde für Mitarbeitende (PSM)
Für Beschäftigte der UMG in belastenden beruflichen oder privaten Situationen

PAS

Psychotherapeutische Ambulanz für Studierende (PAS)
Diagnostische Gespräche, Krisenintervention und ambulante Psychotherapie

Betriebsärztlicher Dienst

Betriebsärztlicher Dienst
Arbeitsmedizinische Vorsorge, ergonomische Beratung und Gesundheitsschutz

Seelsorge

Evangelische und Katholische Seelsorge
Gespräche bei Krankheit, Krise, Trauer - unabhängig von der Religionszugehörigkeit

KEK

Klinisches Ethikkommitee
Hilfe bei schwierigen Fragenstellungen im klinischen Alltag

Suchtprävention und -hilfe

Frühzeitige Unterstützung in Suchtprävention und Suchthilfe

Raucherentwöhnungsambulanz

Raucherentwöhnungsambulanz -
Hilfe und Unterstützung beim Raucherstopp

BGM

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
Präventionsangebote, Bewegungsprogramme und Maßnahmen zur psychischen Gesundheit

Gleichstellungsbüro

Gleichstellungsbüro
Beratung zur Chancengleichheit, Diskriminierung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Personalrat

Personalrat
Interessenvertretung der Mitarbeitenden bei arbeitsbezogenen Fragen und Konflikten

pflegebedürftige Angehörige

Beratung von Mitarbeitenden mit pflegebedürftigen Angehörigen

Beschwerdestelle nach AGG

Beschwerdestelle nach Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz

BEM

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Personalentwicklung

Schwerbehindertenvertretung

Unterstützung schwerbehinderter und gleichgestellter Mitarbeitender bei Fragen zur Teilhabe, Arbeitsplatzgestaltung und beruflicher Integration

Prävention und Schutz

Beratung und Meldung von Konflikten und Übergriffen

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